notfall rückfall

Notfall-Rückfall

2. Dezember 2014

Ich sitze im Wartezimmer, Dr. K. ist leider nicht anwesend, muss mit Dr. V. Vorlieb nehmen. Ihn kenne ich bisher noch nicht.
Heute stehen keine frischen Blumen auf den Glastischen, aber ein kleiner Mann mit grauen Haaren, gibt sich große Mühe es schnellen Schrittes zu ändern. Ich hab ihn gleich ins Herz geschlossen, weil er immer versucht nicht bei mir vorbei zu laufen. Mein schmerzverzerrtes Gesicht scheint Bände zu sprechen. Er wuselt die kompliziertesten Wege und verteilt dabei bunte  Chrysanthemen auf den Tischen. Alle paar Meter steckt er seine Hände in die großen Blumentöpfe der mannshohen Palmen. Das ganze hat irgendwie was fabelhaftes an sich und langsam füllt sich auch alles mit Leben.  Wenn ich groß bin, sag ich mir, will ich auch so jemanden haben, der mir Montags frische Schnittblumen auf die Tische stellt.

Ich werde aufgerufen und ein freundlicher Dr. V. nimmt mich entgegen.  Lagebesprechung, denn ich sitze notfallmäßig hier, seit der Krankenhausaction am Samstag geht’s mir nämlich immer noch nicht besser. Eher vielleicht noch schlechter. Er schaut auf meinen Krankenhaus Befund. „Und die wollten sie nicht dort behalten?!“ Ich nickte stumm. „Was denken die sich? Wie sollen sie das zuhause schaffen?!“ ich beiss mir auf die Lippe, aber da schießt mir schon das Wasser in die Augen.
Eigentlich hielt ich mich ganz gut, aber seit über einer Woche konnte ich kaum mehr etwas bei mir behalten und mehr als drei Stunden Schlaf sind bisher auch nicht drin. Also nicht verwunderlich dass ich gerade in diesem Moment mein Heulsusengesicht nicht verbergen konnte. „Sie bekommen seit 10 tagen Cortison und sie bluten immernoch“ – Check!

Eine Sekunde lang sah ich mich schon mit künstlicher Ernährung im Krankenhaus liegen, mit Schläuchen aus dem Hals und ohne Wifi. „Versuchen wir es doch einfach nochmal so“ – ich atme auf –  er schrieb mir ein neues Rezept und einen kleinen Zettel mit Anweisungen. Sagte irgendwie noch was von „Einläufe“ und ich nur so -jippie! what?!
Er hält sich einen kleinen Kunststoffdarm vor den Bauch und zeigt mir wo der gute Stoff hin soll. Er verrenkt sich ein paar mal auf seinem Stuhl, damit ich genau verstehe welche Position ich beim Einführen einnehmen soll.  Ich werde es versuchen, alle Daumen und Tuben sind gedrückt, auf das es klappt!
Gehen durfte ich trotzdem noch nicht. Mein transparentes Gesicht machte noch Sorgen. Ich wurde angewiesen mich nicht vom knautschigen Ledersessel weg zu bewegen als aus dem Nichts ein Pfefferminztee auftauchte. Wirklich eine tolle Praxis.
Zum Abschluss musste ich aber versprechen dass ich Dr. V. eine Email schreibe wie es mir in zwei Tagen ginge und ob ich mit den neuen Medikamenten klar komm.
Dann wankte ich raus.

Ernährungstechnisch habe ich mich heute mit Babygläschen und Brühe arrangiert und halte mich so ganz gut bei Kräften.
Zwei Liter Fencheltee – damit sollte ich auch endlich meinen Wasserhaushalt in den Griff bekommen.

In meinem Adventskalender war Knäckebrot aus Buchweizen – nomnom. Den weich ich zur Feier des Tages gleich in meinen Tee ein – delicious!

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